Flussfahrt auf dem Rio Diablo

Wir segeln mit 12 Knoten hinter dem langen Außenriff im ruhigen Wasser. Ein geniales Segelerlebnis, zwischen den palmenbesetzten SAN BLAS INSELN.

Im Reich der KUNA INDIANER zu segeln ist ein besonderer Genuss. Geschützt hinter dem Außenriff gibt es nur kleine Wellen, der Wind steht aber voll aus Nordost in die 350 SAN BLAS INSELN. So kommen wir unserem Ziel, der Indiosiedlung NARGANA schnell näher. Ab und zu kreuzt ein Kayuko (Einbaum mit Segel) unseren Weg, auch ein Zeichen dafür, dass eine Siedlung in der Nähe liegt.

Die Siedlung Nargana besteht aus mit Blättern bedeckten Bambushütten in denen die Kuna Indianer leben. Von unserem Ankerplatz vor der Siedlung fahren wir mit unserem Beiboot zunächst zur Flussmündung des RIO DIABLO. Die Mündung ist versandet, große Baumstämme liegen in der Einfahrt. Zunächst rudern wir, dann steigen wir aus und ziehen das Schlauchboot über die flachen Sandbänke. Endlich haben wir wieder genügend Wasser unter dem Kiel um den Motor gefahrlos starten zu können Antonio, unser indianischer Guide weist mir den Weg um die mächtigen Baumstämme, die im Fahrwasser liegen.

Segeln und Tauchen in der Karibik auf dem Katamaran Jonathan Segeln und Tauchen in der Karibik auf dem Katamaran Jonathan Segeln und Tauchen in der Karibik auf dem Katamaran Jonathan

Einige Minuten später stoppe ich den Verbrennungsmotor und schalte den Elektromotor ein. Fast Lautlos gleiten wir nun den Fluss Stromaufwärts.
Die Kulisse berührt unsere Herzen. Eine Klangwolke aus Vogelgezwitscher hüllt uns ein, tief hängen die Zweige und Luftwurzeln in den Flusslauf hinein und immer wieder ducken wir uns, so als wollen wir die Berührung mit dem Urwald so lange wie möglich hinauszögern. Kein Motorenlärm stört die Idylle.

Plötzlich vernehmen wir wildes Geschrei in den Bäumen. Eine Gruppe von White Face Monkys - WEISGESICHTSAFFEN - streitet hoch oben in den Bäumen. Wir stoppen und sehen uns das Schauspiel an. Etwa 15 oder 18 dieser possierlichen Tiere turnen von einem Ast zum anderen. Letztlich kommen sie immer näher zu unserem Boot, tun so, als ob wir nicht existieren. Nach einiger Zeit rücken wir aber wieder aus ihrem Interesse und sie ziehen in das Dickicht des Urwaldes ab.
Ein Stück weiter fallen uns bunte Schnäbel auf. Eine Familie von TUCANen fliegt, spielt, frisst... auf halber Höhe eines dieser Baumriesen. Ornitologen hätten ihre Freude an der Vielfalt der Vögle hier. Purpurrote „CARDIAL“ Vögel zischen an uns vorbei, Vögel in Gelb, Grün und Blau gehalten schwirren von einem Ufer zum anderen. An Bunten Blüten laben sich Kolibris, es ist eine Kulisse wie im Film.

Segeln und Tauchen in der Karibik auf dem Katamaran Jonathan Segeln und Tauchen in der Karibik auf dem Katamaran Jonathan

Zwischen den Baumriesen an den Ufern finden sich Sandbänke die zum Baden einladen, doch seltsame Spuren veranlassen Antonio uns davon abzuhalten. Man sieht sie zwar selten, doch es gibt hier Krokodile im Rio Diablo, wie übrigens in jedem größeren Fluss in den San Blas Inseln.. Langsam schieben wir uns gegen die Strömung hinauf bis zu einer Gräberstätte. Dort verlassen wir unser Beiboot, unseren Weg kreuzen immer wieder BLATTSCHNEIDERAMEISEN. Diese trampeln Wege aus um ihre Blätter ins Nest zu bringen. Dort füttern sie einen Pilz damit, dessen Exkremente sie dann Fressen. Eine Art von Haustierhaltung im Kleinen.

Stromabwärts geht es flotter voran. Manchmal bleiben halten wir um uns die Echsen genauer anzusehen, die übers Wasser laufen. BASILISKEN sind es, die eine so hohe Trittfrequenz haben, dass sie vom Wasser getragen werden. Mit unserem fast lautlosen Elektromotor steuern wir um eine in einer Flussbiegung gelegene Sandbank. Auf deren Rückseite liegt ein etwa zwei bis drei Meter langes KROKODIL und sonnt sich. Wir sind so gebannt, dass jeder von uns den Atem anhält. Als es uns bemerkt verschwindet es blitzschnell im Wasser. Antonio lächelt und meint: „Die sind alle sehr scheu und ernähren sich von unachtsamen Vögeln und Fischen. Man bekommt sie selten zu sehen und noch niemals hat ein Krokodil einen Indio angefallen“. Beruhigend und entspannend wirken seine Worte schon deswegen, weil, Indios sind deutlich kleiner sind als wir Europäer.
Es wird schon etwas dämmrig, als wir kurz vor der Flussmündung einen Schwarm von IBISSEN, erkennen. Sonst stehen sie im flachen Wasser und picken Krebse oder Fische aus dem Schlamm. Rainer Nikowitz schrieb einmal im Kurier: „Wir haben dem Reisen alles wegverhaftet, das unter dem Verdacht steht, spannend sein zu können“. Das mag für die gebuchten und durchgeplanten „Abenteuerreisen“ gelten welche die Illusionen eines Abenteuers erzeugen. Auch für die Reisen mit einem Bareboat zutreffen, wo jede Möglichkeit sich vom Organisierten Trampelpfad zu entfernen praktisch unmöglich wird.
In den San Blas Inseln gibt es weder das Eine, noch das Andere. Jonathan ist gut ausgerüstet und kann sechs Wochen problemlos in diesem Gebiet kreuzen, ohne Supermarkt, Tankstelle oder eine andere Versorgungsstelle anlaufen zu müssen. Diese gibt es hier nämlich nicht. Jonathan verspricht keinen Luxus, aber feinstes Segeln, Tauchen .... und Abenteuer wie man es im Rio Diablo erleben kann.

Segeln und Tauchen in der Karibik auf dem Katamaran Jonathan Segeln und Tauchen in der Karibik auf dem Katamaran Jonathan Segeln und Tauchen in der Karibik auf dem Katamaran Jonathan